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Chemnitztalbahn - Die "Sandbahn"

Gebäude der Güterverwaltung auf dem Bahnhof Markersdorf - TauraWas wurde nicht alles mit der Chemnitztalbahn transportiert: Kohlen und Baustoffe wurden gebracht, Steine, Papier- und Textilwaren, Produkte aus Industrie und Landwirtschaft fanden den Weg in die weite Welt. Von den anliegenden Steinbrüchen, die auch den Schotter für den Bahnbau produziert hatten und aus den Sandgruben in Wechselburg, Biesern und Sermuth wurden Sand und Gestein in große Mengen nach Chemnitz befördert. Der Beiname "Sandbahn", den die Chemnitztalbahn damals erhielt, war nur die logische Folge. Auch anliegende Bahnhöfe wurden vom Volksmund mit Spitznamen belegt: Weil in Chemnitz – Glösa (Furth) die Kartoffeln aus den norddeutschen Anbaugebieten mit dem Zug ankamen und hier für die Verteilung in der Stadt Chemnitz zwischengelagert wurden, war bald nur noch vom "Kartoffelbahnhof" die Rede.

Doch nicht nur Gütertransport hatte im Chemnitztal Einzug gehalten, auch Arbeiterinnen und Arbeiter erreichten so an Wochentagen die Arbeitsstellen und an den Wochenenden fuhren sie zur Erholung aufs Land. Den Service und die Bequemlichkeit bestimmte bereits auch damals der Geldbeutel und so gab es an verschiedenen Stationen der Strecke sogar Warteräume für die 2. und 3. Klasse.

Zwar sagten wirtschaftliche Prognosen der Chemnitztalbahn schon in der damaligen Zeit keine große Zukunft voraus, letztendlich überstand sie aber die Weltwirtschaftskrise und zwei Weltkriege relativ unbeschadet. Die Ölkrise in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Grund dafür, daß die schon geplante Einstellung des Bahnbetriebes noch einmal abgewendet werden konnte.




Letzte Änderung am 15.02.2004 von webmaster