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Chemnitztalbahn - Die erste Niederlage

Bevor diese Bekanntmachung veröffentlicht wurde, mussten die Befürworter auch Niederlagen einsteckenSchon nach kurzer Zeit fand am 18.12.1881 die erste Beratung der Interessenten für den Bau einer Chemnitztalbahn statt. In jener Versammlung wurde ein Komitee für die Planung und Ausführung einer künftigen Bahnlinie gegründet. Diese Komitee setzte sich aus folgenden Männern zusammen: Fabrikbesitzer G. F. Grosser, Markersdorf (Vorsitzender); Fabrikbesitzer Hertel, Stein ; Commerzienrat Kressner, Schweizerthal; Fabrikbesitzer (später Commerzienrat) Carl Voigtländer-Tetzner, Schweizerthal; Fabrikbesitzer Hofmann, Wittgensdorf; Fabrikbesitzer Scheerer, Göritzhain; Mühlenbesitzer Frank, Diethensdorf; Gemeindevorstand Weigelt, Furth, Gemeindevorstand Richter, Wiederau, Gemeindevorstand (später Bürgermeister in Wolkenstein) Steinbach, Wittgensdorf und Pastor Meusel, Claußnitz

In der Landtagsperiode 1892/93 trat das Komitee erstmals mit einer Petition für den Bau einer schmalspurigen Eisenbahn durch das Chemnitztal an die sächsische Staatsregierung heran.
Jedoch lehnten der Landtag in Dresden ebenso wie die II. Ständekammer im Jahre 1893 den von der Staatsregierung vorgelegten Antrag ab. Diese Ablehnung ist einmalig in der sächsischen Eisenbahngeschichte. Die Vertreter der Stände favorisierten vielmehr das sogenannte Querbahnprojekt, welches eine Bahnlinie von Limbach über Burgstädt nach Mittweida, mit einer Nebenstrecke von Markersdorf nach Wechselburg vorsah. Sie hofften so, auch den Interessen des Chemnitztales Genüge zu tun. Mit der Querverbindung sollten Transporte aus dem Zwickauer Bergbaugebiet zum Riesaer Elbhafen beschleunigt werden. Dabei würden zum einen der Chemnitzer Bahnhofs und das Stadtgebiet umfahren und zum anderen wäre die Erweiterung des Chemnitzer Bahnhofs nicht notwendig.
Außerdem war der geplante Bau einer Chemnitztalbahn den umliegenden Städten wie Burgstädt oder auch Mittweida ein Dorn im Auge. Zum einen befürchtete man dort wirtschaftliche Konkurrenz, zum anderen wurde um das Gegenprojekt "Querbahn" gebangt, welches bei einer Entscheidung für die Chemnitztalbahn weniger Aussichten hätte, realisiert zu werden.




Letzte Änderung am 08.11.2003 von webmaster